Leistenbruch

Beim Leistenbruch unterscheidet man einen so genannten direkten von einem indirekten Leistenbruch. Der indirekte Leistenbruch kommt am häufigsten bei Kindern vor, in folge einer verbleibenden Bruchforte beim Heruntertreten des Hodens in der embrionalen Entwicklung. Beim Erwachsenen handelt es sich meistens um einen direkten Leistenbruch auf Grund einer Bindegewebsschwäche. Als dritte Leistenhernie gibt es noch die so genannte Femoralhernie, wobei es sich um eine Bruchforte handelt im Bereich der großen Gefäße auf Höhe des Leistenkanals.

Bei einem Leistenbruch kommt es meistens zu einer Vorwölbung im Bereich der Leiste mit oder ohne Schmerzen. In seltenen Fällen kann es auf Grund von Einklemmungen von Bauchfell mit oder ohne Darmanteilen in der Bruchforte des Leistenkanals zu einem akuten Schmerzereignis kommen. Dabei handelt es sich um einen Notfall (Incarzeratio= Einklemmung))und bedarf sofortiger operativer Intervention. Ein Leistenbruch wird im normalen Fall operativ saniert. Nur in seltenen kann auch eine Bruchbandversorgung erfolgen , wenn eine Operation zu gefährlich ist.. Es gibt heutzutage verschiedene Operationstechniken, die alle ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen können.

Bei der klassischen Operation erfolgt ein ca. 4 – 5 cm großer Schnitt im Bereich der Leiste, wobei anschließend der Leistenkanal freigelegt wird, und die so genannten Bindegewebsblätter nach Darstellung und Verschluss der Bruchforte wieder schichtweise verschlossen werden. In ähnlicher Weise erfolgt eine Leistenbruchoperation mit zusätzlicher Einlage eins künstlichen meist selbstauflösenden Netzes. Die Verwendung eines Netzes kann auch durch einen minimal invasiven Eingriff erfolgen, d.h. durch ein laparaskopischen Eingriff (Schlüssellochtechnik). Bei dieser minimal invarsiven Eingriffstechnik gibt es zwei verschiedene Varianten. Bei der ersten Variante wird nur in den verschiedenen Bindegewebsblättern präpariert und operiert . Bei der zweiten Variante wird die Bruchforte vom Bauchraum aus mit einem Netz verschlossen. Hierbei gibt es auch verschiedene Vor- und Nachteile/ Risiken. Die Leistenbruchoperation ist heute ein Eingriff, der ambulant unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden kann.

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